Die Rolle des Internet beim Stadtplanungsprozess > Bürgerbeteiligung und prozessuale Integration.
   


Technische und politische Mittel, Traditionelle Planungsverfahren, Kulturtechnik Internet und Agenda 21


Traditionelle Planungs- und Bürgerbeteiligungsmethoden reichen allein nicht mehr aus. Natürlich sind diese Bürgerbeteiligungen einschließenden Planungsverfahren schon hoch entwickelt. Das Planauslegungsverfahren und die Sammlung wie weitere Berücksichtigung aller kritischen Anmerkungen, Wettbewerbe, gewählte Planungsdezernenten etc. sind primär Mittel eines organischen Planungsverständnisses und auf breiten Dialog hin angelegt. Aber im Zusammenhang mit den eingangs beschriebenen veränderten Wirtschafts- und Planungsbedingungen in Deutschland müssen diese Instrumente direkter Bürgerbeteiligung noch weiter ausgebaut werden. Denn der sich von regulierenden Aufgaben zurückziehende Staat muß diese Funktionen ja in private Hände, die mit der Materie vertraut sein sollen, weitergeben. Die Planungsinstrumente werden in ihrer allgemeinen Nutzbarkeit deshalb durch die neue Kulturtechnik Internet ergänzt. Der Vorteil dieser Technologie liegt darin, daß für fast jeden ein erleichterter Zugang zur Teilnahme am Planungsprozeß besteht. Die Kommunikation ist einfacher und direkter. Sie ist schnell, orts- und zeitunabhängig (dafür technologie- und gebunden) und kennt keine sozialen Schranken. Natürlich verfügt nicht jeder über einen Modem-PC, aber ebenfalls verfügt nicht jeder über die Grundkenntnisse deutscher Planungskultur und deren Bürgerbeteiligung. Was zählt ist Engagement und Interesse.
Dieser volksdemokratische Ansatz ergänzt die wohl langfristig gedachten, teils aber etwas einseitigen Landesentwicklungspläne (Fachplanungen von oben) durch direkte, problembezogene Stellungnahmen von unten. Das Ideal technisch-administrativer Machbarkeit ist die innovative Planungsdiskussion. Die Ziele organischer Planung, die wir unter anderem in der Agenda 21 wiederfinden, sollen so popularisiert und angestrebt werden, daß sich beinahe von selbst Problembewußtsein mit Courage, diese Probleme zu lösen, in selbstorganisierten Prozessen zusammenfinden.
War das traditionelle Planauslegungsverfahren noch eine Art Planbeschließungsverfahren, so ist die nachhaltige Entscheidungsfindung für komplexe Problemfälle um einiges variantenreicher. In der Kette von: Bedarfsanalyse, Ideensammlung, Leitbilddiskurs, Standortwahl, Für-und-Wider-Argumente-Abwägung bis hin zur Planung in Varianten bzw. dem Aufstellen von Wettbewerben handelt es sich vergleichsweise um ein viel interaktiveres Projekt, dessen Grenzen ständig ausgelotet werden. Kennzeichnend ist, daß sich diese Verfahren als Handlungs-Strukturen selbst konstituieren, je nachdem, wie es für den Ablauf günstig ist (und je nachdem, wie geschickt sich der Moderator verhält und zur Produktivität motivieren kann).

 

 
 
 
 
 
 
 
         
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