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Deterministischer Planungsbegriff
Barock, l'art pour l'art, funktionalistische Moderne
Am treffendsten ist dieser Planungsbegriff vielleicht mit "Barock"
zu beschreiben. Auf jeden Fall wurde diese Art der Planung zur Zeit des
Barocks erstmalig vervollkommnet. - Die virtuose Beherrschung der Perspektive
war für die Architekten und Konstrukteure Anlaß und Grund genug,
diese in alle Höhen zu treiben. So wurde z.B. der Plan von Versailles
in mehrerer Hinsicht von oben erdacht. Nicht nur, daß er auf Geheiß
des Sonnenkönigs, der höchsten politischen Macht, erstellt wurde,
auch seine Schöpfer konnten nicht anders, als diesen Gartenreich-Gesamtplan
als Vogelschauperspektive darzustellen. Haupt- und Nebenachsen beherrschen
den Raum bis zum Horizont. Der "Entwurf" war geboren. Seine
Eigenart besteht darin, daß er innerhalb kürzester Zeit die
ihm - deterministisch - gestellte Planungsaufgabe beantworten muß,
weil nach längerer Zeit sich die Bedingungen ändern könnten
(das System Sonnenkönig oder bloße kapitalistische Verwertungszwänge)
und damit die Determination des Projektes als alles heiligende Legitimation
fehlte. Da diese Projekte oft zur Repräsentation dienen, würden
sie ein untergegangenes System repräsentieren - schlimmer noch: sie
wären als Kulissenbauten nicht einmal fertig. Die Moderne mit ihrem
Hang zum objekthaften Denken ist diesem Ansatz treu gewesen. Dort wird
das l' Art pour l'Art fortgeführt: der Künstlerarchitekt erschafft
sich sein Reich (ohne Rücksicht auf Verluste) und beharrt auf die
Ewigkeit der von ihm geschaffenen Bilder (die Favelasierung Brasilias
macht das Bild des fliegenden Phönix beinahe unleserlich; auch haben
die vorgegebenen Strukturen keine Beziehungen zu den zu erwartenden Siedlungen).
Auch Regulierungsplanungen für angenommenen Szenarien wie die Großstadterweiterung
Wiens von Otto Wagner sind strikt deterministisch, gehen sie doch von
festen, unumstößlichen Konstanten aus (grenzenloses Stadtwachstum).
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